Visceral- und Thoraxchirurgie

Visceral- und Thoraxchirurgie

Gallenblase

Werden Gallenblasensteine zufällig entdeckt, ohne dass sie bisher Beschwerden verursacht haben, muss die Gallenblase nicht entfernt werden. Man muss jedoch bedenken, dass kleine Steine sich jederzeit im Ausführungsgang einklemmen können, was eine Notfallbehandlung nach sich zieht.

Wenn ein Patient über Beschwerden klagt, die auf seine Gallenblasenentzündung und die Gallenblasensteine zurückzuführen sind, sollte die Gallenblase entfernt werden. Wenn sich ein Stein im Ausführungsgang eingeklemmt hat, muss der Ausführungsgang so schnell wie möglich vom Stein befreit werden.

Die Gallenblase wird komplett entfernt. Dies wird heute fast immer in der sogenannten "Schlüsselloch-Technik" durchgeführt, nur selten ist ein Schnitt am rechten Rippenbogen erforderlich.
Wenn sich ein Stein im Ausführungsgang eingeklemmt hat, kann er oft über eine Spiegelung der Gallengänge (ERC) entfernt werden. Nur in Einzelfällen wird die Entfernung des Gallengangssteines operativ durchgeführt.




Leistenbruch

Ein Leistenbruch verheilt nie von alleine, lediglich das Ausmaß der Beschwerden kann wechseln. Erfahrungsgemäß nimmt die Größe des Bruches aber im Laufe der Zeit zu, so dass möglichst bald nach Diagnose die operative Versorgung erfolgen sollte.

Durch sogenannte Bruchbänder kann der Bruch zwar zurückgedrängt werden, der Bruch wird allerdings durch das Bruchband nicht beseitigt und Bruchbänder können auch schädlich sein. Eine sofortige chirurgische Behandlung ist dann notwendig, wenn der Bruch sich nicht wieder zurückdrängen lässt (eingeklemmter Bruch), weil dann eine Darmschädigung droht.

Bei der Operation wird der Bruch freigelegt und der Inhalt wieder in die Bauchhöhle zurückverlagert. Anschließend wird die sogenannte Bruchpforte, also das Loch in der Bauchwand, verschlossen. Dies kann entweder durch Naht von körpereigenem Gewebe in der seit Jahrzehnten bewährten Nahttechnik oder aber durch Einpflanzen eines Kunststoffnetzes erfolgen.

Die modernen Verfahren mit Kunststoffnetz können sowohl über einen klassischen Leistenschnitt von außen als auch in der "Schlüssellochtechnik" d.h. minimalinvasiv durchgeführt werden.


Blinddarm

Die einzige Art der erfolgreichen Behandlung der akuten Appendizitis ist die operative Entfernung des entzündeten Wurmfortsatzes (Appendektomie).

Die Appendektomie ist eine der häufigsten chirurgischen Operationen überhaupt und erfolgt immer in Vollnarkose. Dabei wird der Wurmfortsatz an seiner Basis unterbunden und entfernt.

Prinzipiell kann diese Operation durch einen kleinen Hautschnitt im rechten Unterbauch oder in der sogenannten minimalinvasiven Technik unter videoendoskopischer Kontrolle über drei kleinere Schnitte durchgeführt werden. Welche Operationstechnik sinnvoll ist entscheidet der behandelnde Chirurg bei jedem Patienten individuell.


Verwachsungen

Das Ziel der operativen Therapie ist die vollständige Lösung aller Verwachsungen im Bauchraum unter größtmöglichem Schutz der Bauchorgane und des Bauchfells. Dies kann bei einem massiven Verwachsungsbauch jedoch zu einer längeren Operationszeit führen.

Bei einigen Patienten sind die Verwachsungen so ausgeprägt, dass eine vollständige Lösung aller Verwachsungen nicht möglich ist. Da eine sichere Vermeidung von neuen Verwachsungen nach einer Operation und ein Weiterbestehen oder sogar eine Verschlimmerung der Beschwerden möglich ist, muss sehr sorgfältig abgewogen werden, ob überhaupt eine Operation erfolgen soll.

In geeigneten Fällen kann die Operation aber auch durch einen kleinen Hautschnitt im rechten Unterbauch oder in der minimalinvasiven Technik unter videoendoskopischer Kontrolle über mehrere kleine Schnitte durchgeführt werden. Welche Operationstechnik sinnvoll ist, entscheidet der Chirurg bei jedem Patienten individuell.


Divertikulitis

Im Vordergrund sämtlicher therapeutischer Bemühungen steht das Ziel, die Entzündung einzudämmen und eine Notfalloperation zu vermeiden. Das geschieht, wenn keine zwingenden Gründe für eine Operation vorliegen, durch eine vorübergehende Ernährung mit Hilfe von Tropfinfusionen und die Gabe von Antibiotika. Eine Operation sollte möglichst nach Abklingen der akuten Beschwerden durchgeführt werden. Das Ziel der operativen Therapie ist die Entfernung des erkrankten Darmabschnittes, nicht aber des gesamten Dickdarms. Der entfernte Darmabschnitt ist etwa 25 cm lang. Die Ausdehnung der Resektion wird mit jedem Patienten vor der Operation ausführlich besprochen. Die beiden verbliebenen Darmenden werden nach Entfernung des befallenen Darmabschnittes durch eine Naht miteinander verbunden. Die Operation wird in der Regel in der minimalinvasiven Technik unter videoendoskopischer Kontrolle über mehrere kleinere Schnitte durchgeführt.

Bei fehlender Übersichtlichkeit oder einem großen Befund sollte der erkrankte Darmabschnitt durch einen etwa 20 cm langen senkrechten Hautschnitt in der Mitte des Bauches entfernt werden. Welche Operationstechnik sinnvoll ist entscheidet der Chirurg gemeinsam mit jedem einzelnen Patienten individuell. Die Operation dauert zwischen 1 und 3 Stunden. Nur bei komplizierten Notfalleingriffen ist in der Regel ein künstlicher Darmausgang erforderlich.

Voraussetzung für eine komplikationslose Heilung nach einer Dickdarmresektion ist eine sorgfältige Vorbereitung des Patienten. Dazu gehört neben allgemeinen Maßnahmen zur Verbesserung der Herz- und Lungenfunktion (Verzicht auf Zigarettenrauchen, Atemübungen mit dem speziellen Atemtrainer, Treppensteigen) vor allem die vollständige Stuhlentleerung aus dem Dickdarm. Dies geschieht spätestens am Vortag vor der Operation mit Hilfe einer besonderen Trinklösung. Außerdem wird die Bauchhaut mit Hilfe einer Creme von Haaren befreit.


Achalasie

Eine Behandlung mit Medikamenten (Sedativa, Nitrate) und flüssige Nahrung ist meist nicht ausreichend.

Eine Behandlung mittels Botoxinjektionen führt zu einer Herabsetzung der Muskelspannung und damit zu einer Besserung der Symptome, ist aber meist nur für ca. ein halbes Jahr wirksam. Meist ist eine mechanische Spaltung der Muskelfasern nötig.

Diese kann durch eine Ballondehnung von innen bei einer Magenspiegelung erfolgen, oder präziser minimal invasiv bei einer Bauchspiegelung laparoskopisch.